View More View Less
  • 1 Russian Academy of Sciences
Restricted access

Purchase article

USD  $25.00

1 year subscription (Individual Only)

USD  $408.00

Die Rezension untersucht das Buch des österreichischen Historikers Walter Rauscher „Die fragile Großmacht. Die Donaumonarchie und die europäische Staatenwelt 1866–1914“. Rauscher rekonstruiert die außenpolitische Geschichte der Habsburger Monarchie anhand zahlreicher Archivdokumente aus Österreich, Ungarn, Tschechien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und der Schweiz. Die einzigen dem Forscher unzugänglichen Quellen blieben dabei die Russischen.

Der Historiker analysiert in chronologischer Reihenfolge die Politik jedes Außenministers der Donaumonarchie von 1866 bis 1914. Rauscher betrachtet die außenpolitischen Widersprüche der Donaumonarchie in Verbindung mit ihren inneren Problemen. Fast jedes für die österreichisch-ungarische Außenpolitik wichtige Thema betrachtet der Autor im Kontext der Arbeit von Delegationen – die Außenpolitik war Teil des innenpolitischen Kampfes, ein Thema, das in Parlamenten, Wahlprogrammen, Partei- und innerparteilichen Streitigkeiten diskutiert wurde – sowie angesichts der komplexen Beziehungen zwischen verschiedenen Ländern und Nationalitäten. Rauscher weist zwar auf wichtige Phänomene und Tendenzen hin, bringt jedoch keine theoretische Grundlage dafür. Offensichtlich hatte der Historiker nicht das Ziel, den Gegenstand seiner Forschung zu schematisieren und zu vereinfachen. Der Autor betrachtet die Außenpolitik von Österreich-Ungarn und dessen Beziehungen zu anderen Ländern in ihrer ganzen Vielfalt.

In seinem zweibändigen Werk zeigte der Forscher, wie die große und schwierige Arbeit an der Aufrechterhaltung eines multinationalen Staates im Endeffekt zur Vorbereitung seines Zusammenbruchs wurde.