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  • 1 H–9028, Győr, Pávastraße 38/F, Ungarn
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Abstract

A monographic study about the works of a local architect, whose activities were very influential for the building culture of the west Hugarian city of Sopron. In his late works a transition from Neorenaissance to Neobaroque can be observed.

  • 1. Nur einige Beispiele: Schinkel, K.: Sammlung architektonischer Entwürfe. Berlin 1819–1840.; Hübsch, H.: Im welchem Styl sollen wir bauen? Karlsruhe 1828; Hübsch, H.: Ausgeführte Bauwerke. Karlsruhe o. D.; Hübsch, H.: Die Architektur und ihre Verhältnis zur heutigen Malerei und Skulptur. Stuttgart 1847.; Soller–Stüler–Basse: Entwürfe zu Kirchen, Pfarr- und Schulhäuser … Berlin 1862. II. Ausgabe. S. 37.; Eisenlohr: Entwürfe von Gebäuden verschiedener Gattung … Karlsruhe 1852.; Baumeister, R.: Architektonische Formenlehre für Ingenieure. Stuttgart 1866.

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  • 2. Tompos, E.: Handler Ferdinánd építész és családjának tagjai. (Architekt Ferdinand Handler und die Mitglieder seiner Familie.), Soproni Szemle 1963. Nr. 1. S. 17–32.; Winkler, G.: Sopron építészete a 19. században (Ödenburger Architektur im 19. Jahrhundert), Budapest, Akadémiai Kiadó 1988. S. 79–110.; Winkler, G.: Wiener Architekten Sopron im 19. Jahrhundert. = Mitteilungen der Gesellschaft für Vergleichende Kunstforschung Wien. 1997. Jahrgang 49. 3. S. 1213.

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  • 3. Eigentlich haben wir vom Privatleben Ferdinand Handlers ziemlich wenige Angaben. Aus einem Gesuch seines Vaters erfahren wir, dass er im Jahre 1857 im Büro des Baubetriebes als Zeichner arbeitete. Nur der Vater, Josef Handler war Mitglied der Ödenburger Maurerzunft, so war er allein berechtigt die Bewilligungspläne zu unterzeichnen. Es sieht fast so aus, dass ab 1855 alle Entwurfspläne Ferdinand Handler verfertigte und machte sogar alle Details- bzw. Werkzeichnungen selbst: er signierte trotzdem nur einige – sicher sehr wichtige und bedeutende – Pläne.

  • 4. Er bezeichnete sich vom Anfang an überall als “Architekt“. Sein Name war auch in den Fachkreisen von Ungarn nicht unbekannt. Das erweist, dass als der damalige österreichische Staatsminister, Anton Ritter v. Schmärling, im Jahre 1864 in der Detailplanung des Wiener Parlaments zur Mitarbeit auch ungarische Architekten miteinbeziehen plante, wurde – sicher als einziger aus der Provinz – neben Ybl, Gerster, Máltás und Feszl auch der Name von Handler erwähnt. Ybl, E.: Ybl Miklós. Budapest 1960. S. 133–134. Der Architekt weilte oft und gerne in Wien, wo er auch gute Freunde und Bekannte hatte.

  • 5. Tompos, E.: Handler Ferdinánd vázlatkönyve. (Ferdinand Handlers Skizzenbuch). = Soproni Szemle 1966. Nr. 3. S. 259–261. ill.; Winkler, G.: Handler Nándor soproni építész vázlatkönyve. (Das Skizzenbuch des Soproner Architekten Ferdinand Handler) = Művészettörténeti Értesítő XLIII. Nr. 1–2. 1994. S. 109–117. ill.

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  • 6. Graz fällt aber als Studienort fast völlig aus, da es dort damals noch keine höhere Architekturausbildung gab.

  • 7. Ödenburg, Széchenyiplatz Nr. 20., Pläne: Soproni Levéltár (SL = Archiv der Stadt Ödenburg) Sopron, Fő tér 1. Lt. Fasc. XXIV. 3881. Leider ist unlängst eine Aufstockung erfolgt. Gábor Winkler: Wohnhäuser des 19. Jahrhunderts in Ödenburg (Sopron). = Bauforschung und Hausforschung in Ungarn. Jahrbuch für Hausforschung Band 47, S. 289.

  • 8. Betthaus, P.: Karl Friedrich Schinkel. Berlin Henschelverlag. Kunst und Gesellschaft. 1986. 23. Zweiter Entwurf zu einem Bibliotheksgebäude. 1835., 22. Die Allgemeine Bauschule (Bauakademie; 1831–1836).

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  • 9. Ödenburg, Széchenyi Platz Nr.19. Pläne: SL. Lt. Fasc. XXIV. 4004.

  • 10. Das unterscheidet ihn generell von dem in der Kirchgasse vom Wiener Architekten Georg Unger bzw. vom Badener Baumeister Josef Zwölfer im gleichen Jahr gebauten Hauptschul-Gebäude (Kirchgasse 26.), das ein wesentlich schwerfälligerer, in der Plastizität nach oben steigernde Dekoration aufweist. Dieses Gebäude wurde ebenfalls als ein Werk der Familie Handler betrachtet, obwohl die stilistischen Unterschiede von Handlers Frühwerken ziemlich auffallend sind.

  • 11. Ödenburg, Széchenyiplatz Nr. 21. Pläne: SL. Lt. Fasc. XXIV. 4185.

  • 12. Ödenburg, Ursulienerplatz Nr. 2. Pläne. SKL. fasc. XXIV. 5555.

  • 13. Es ist hier nicht schwer, die Ähnlichkeit mit Rössners Kapelle für das Arsenal “Maria vom Siege“ in Wien (erbaut zwischen 1854–1856) zu entdecken.

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  • 14. Soller–Stüler–Basse : Entwürfe zu Kirchen, Pfarr und Schulhäuser … Berlin 1862. II. Ausgabe. S. 37. Török, L.: A historizmus korának építészete Sopronban (Architektur des Historismus in Ödenburg). Soproni Szemle XXII. Jahrgang Nr. 3. S. 238.

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  • 15. Es besteht aber auch eine gewisse Verwandtschaft zwischen den hier angewandten Lösungen und der lokalen gotischen Architektur Ödenburgs. Meiner Ansicht nach scheint es auch kein Zufall zu sein. Ich erwähne nur, dass eben in diesen Jahren der bekannte Architekt und Restaurator Franz Storno, der ältere, seine Tätigkeit in Ödenburg aufnimmt. Nach dem Beispiel mittelalterlicher Bauhütten setzen sich Künstler und Handwerker in Ödenburg zu Gruppen zusammen. Sie hatten das Ziel gesetzt, die mittelalterlichen Traditionen des Bauens in der Stadt zu erneuern und weiterzuführen. Handler lässt nach altem Brauch das Bildnis seiner Mitarbeiter in Schluss-Steinen meißeln, so in der Sakristei der Ursuliener Kirche das des Baumeisters Josef Handler, des Steinmetz-Meisters Karl Hild und des Mäzen des Baues, des Ritters Ignaz von Flandorffer.

  • 16. Nur Bauakten : SL. Fasc. XXIV. 8508.

  • 17. Winkler, G.: American Houses the Provinces Hungary. = Old Cultures – New Worlds. Vol. 1. Washington D. C. 1987. S. 239245. Ill.

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  • 18. Ödenburg, Grabenrunde Nr. 74., Pläne: SL. Fasc. XXIV. 4685. Stilistisch waren diese Art von Gebäuden mit den oberitalienischen Landhäusern eng verbunden, davon auch die englische Stilbezeichnung: “Italianate“.

  • 19. Ich muss noch hinzufügen, dass Handler auch später immer wieder zu dieser einfachen, aber durchaus effektvollen, homogenen Fassadenverteilung zurückgriff, so beim Haus Szöllősy (später Zettl), gebaut im Jahre 1862 Ödenburg, Grabenrunde Nr. 72., Pläne: SL. Lt. Fasc. XXIV. 5154).

  • 20. Eine Variation des vorhin erwähnten Typs vertritt die Fassadengliederung des Hauses Ferdinand Eckers, das im Jahre 1861 entstanden ist (Ödenburg, Grabenrunde Nr. 56., Pläne: SL. XXIV. 5153). Handler versuchte hier den Rang des ersten Stockes durch Zusammenfassung der mittleren Wandflächen bzw. Fensteröffnung mit einem überhöhten Gesimse zu betonen. Das ergab eine fein gesteigerte Verdichtung der Dekoration zur Mitte der Fassade. Eine Methode, die er auch später gern verwendete- so, wie beim Haus des Karl Genthon, das im Jahre 1876 erbaut wurde (Ödenburg, Grabenrunde Nr. 93., Pläne: SL. Lt. Fasc. XXIV. 70909). Die fein strukturierte, ziemlich flächige Steinarchitektur dieses Hauses unterscheidet sich schon beträchtlich von dem ersterwähnten neogotischen Bau Ecker.

  • 21. Ein Beispiel wäre dazu der Entwurf der Fassade des evangelischen Schul- und Wohngebäudes in der Kirchgasse Nr. 10. aus dem Jahre 1866. Hier hat sich Handler ziemlich genau nach den Vorschlägen des Architekten Ludwig Christian Förster gerichtet, der in Verbindung mit dem Bau des Turmes der evangelischen Kirche auch Skizzen zum Umbau der Umbebung der Kirche verfertigte. Diese Zeichnung von Förster ist übrigens ziemlich bekannt, da man sie in der Allgemeinen Bauzeitung veröffentlichte. In der Detailausbildung hat sich aber Handlers Architektur etwas konservativer erwiesen. Pläne: SL. Fasc. XXIV. 6024.

  • 22. Ödenburg, Grabenrunde Nr. 77., Pläne: SL. Fasc. XXIV. 6232.

  • 23. Ödenburg, Rákóczigasse Nr. 3., Pläne: Lt. Fasc. XXIV. 9771/a.

  • 24. All das erinnert uns ein wenig an Frankreich, genauer an die französische Villenarchitektur des 17. bzw. 18. Jahrhunderts. Eine solche Nachahmung von französischen Villenbauten treffen wir auch in der Wiener Architektur, zumeist jedoch nur in den 80er Jahren (Details Albert von Rotschild, Seitenfront, 1886, Ludwig Richter). Diese Wirkung – nämlich die der französischen Villenbauten – gilt auch für die reich geschmückten Innenräume. Das Stiegenhaus ist ziemlich eng und dabei auch ganz hoch dimensioniert. Die Räume im Parterre haben Holz-Kassettendecken mit Ölbilder, so auch das Musikzimmer, wo auch der Komponist Karl Goldmark ein häufiger Gast der Familie Russ war. Ein schlossartiger Bau vom gleichen Charakter und Niveau hat Handler für den Baron Sólymossy in Nagylózs (Komitat Győr–Moson–Sopron) im Jahre 1881 gebaut.

  • 25. Ödenburg, Kirchgasse Nr. 3., Pläne: SL. Fasc. XXIV. 6541.

  • 26. Ödenburg, Grabenrunde Nr. 86., Pläne: SL.8039.

  • 27. Ödenburg, St. Michael Gasse Nr. 17., Pläne: SL. Fasc. XXIV. 8484.

  • 28. “Ein Lechner von Ödenburg“ – bemerkte Frau Professor Renate Wagner-Rieger auf diesen Bau. Der berühmter ungarischer Vertreter des frühen Secessionismus Ödön Lechner experimentierte um die Jahrhundertwende des 19–20. Jahrhunderts mit gleicher Methoden der Fassadengestaltung. Gerle, J.– Kovács, A. – Makovecz, I.: A századforduló magyar építészete (Ungarische Baukunst der Jahrhundertwende). Budapest 1990. S. 117–127. Eine sehr ähnlichen Plan hat Handler auch für den Maurermeister Balthasar Nagelreiter in der Feldgasse gefertigt. Der Bau wurde aber nicht ganz nach den Plänen ausgeführt; durch die Verwendung von vielen kleinen Tonkugeln im Gesimse bekam das Gebäude ein etwas naives, märchenhaftes Aussehen.

  • 29. Ödenburg, Schlippergasse Nr. 1–3., Pläne: SL. Fasc. XXIV. 8827.

  • 30. Peter Betthausen : Karl Friedrich Schinkel. Berlin 1983. Zweiter Entwurf zu einem Bibliotheksgebäude. S. 23.

  • 31. Oedenburger Zeitung 13. IX. 1888.