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People’s Churches in Germany in the Midst of Social Changes

Die Sinus-Milieus und andere soziologische Erklärungsversuche als Ansätze für eine neue pastorale Praxis

European Journal of Mental Health
Authors:
Michael Manderscheid
and
Corinna Tröndle

Kirche und Gesellschaft bildeten in der Vormoderne mehr oder weniger eine Einheit, während in der Frühmoderne ein Prozess der Verdrängung der Kirche aus dem öffentlichen Raum begann. In der entwickelten Moderne bildete sich eine differenzierte Gesellschaft aus, in der gesellschaftliche Subsysteme nebeneinander existieren. Kirche und Religion verloren ihre frühere Deutungsmacht und auch der Kirche nahe stehende traditionale soziale Milieus schwanden. Der Individualisierungsprozess schlug sich auch im Rückgang der Kirchenzugehörigkeit nieder. In der postmodernen Gesellschaft nahm die Pluralisierung von Lebensstilen weiter zu. Der Begriff Erlebnisgesellschaft trifft den Kern einer postmodernen Gesellschaft, in der Ästhetik und Lebensstile eine immer größere Rolle spielen. In den herkömmlichen Schichtkonzepten werden so komplexe gesellschaftliche Verhältnisse nicht ausreichend berücksichtigt. Modelle wie das der Sinus-Milieus orientieren sich neben den sozioökonomischen Lebensbedingungen auch an Wertorientierungen, Lebensstilen und ästhetischen Präferenzen. Die Bindung an in Auflösung begriffene traditionale soziale Milieus wird zur Gefahr für die Zukunftsfähigkeit der Kirchen in Westeuropa. Um in der postmodernen Milieugesellschaft zukunftsfähig zu werden, müssen Seelsorger reflektieren, entscheiden und erproben, wie sie Menschen aus verschiedenen Milieus nach dem Beispiel des Apostels Paulus (1 Kor 9:19–23) ansprechen wollen und wie das gelingen kann. Die Ausführungen zu den hier aufgeführten Milieus bieten dazu erste Anknüpfungspunkte.

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